Gibraltar ist ein Überseeterritorium des Vereinigten Königreichs an der Südspitze der iberischen Halbinsel. Es hat eine eigene Regierung, die die Aufgaben der Selbstverwaltung erfüllt. Sie umfasst alle Bereiche ausser Verteidigung, Aussenpolitik und innere Sicherheit, welche vom Vereinigten Königreich übernommen werden.
Gibraltar liegt an der Nordseite der Strasse von Gibraltar, an der Europa und Afrika am dichtesten beieinander liegen. Das Territorium umfasst eine Landfläche von 6,543 km2, wobei die Grenze zwischen Gibraltar und Spanien nur 1,2 Kilometer lang ist. Auf der spanischen Seite der Grenze liegt die Stadt La Linea de la Concepcion der Provinz Cadiz. Die von Gibraltar beanspruchte Meeresfläche reicht bis zu drei Seemeilen vor die Küste.
Im Altertum galt Gibraltar als eine der Säulen des Herakles. Römische Spuren in Gibraltar sind nicht bekannt. Den Römern folgten die Westgoten mit dem Toledanischen Reich, dessen Hauptstadt Toledo von ca. 531 bis 711 war.
711 wurde Gibraltar von den muslimischen Arabern und Berbern eingenommen. Der Name Gibraltar stammt aus dem Arabischen (Dschebel al-Tarik heisst Berg des Tarik), nach Tariq ibn Ziyad, einem maurischen Feldherrn, der die strategische Bedeutung Gibraltars für die Eroberung Spaniens erkannte und als erster Muslim ein Stück Spaniens eroberte.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Zivilbevölkerung Gibraltars umgesiedelt. In dieser Zeit wurde der Felsen in eine unterirdische Festung für bis zu 15.000 Soldaten umgewandelt. Diese insgesamt etwa 50 km langen unterirdischen Tunnel, die sogenannten World War II Tunnels, können heute in Teilen besichtigt werden.
Das Wetter in Gibraltar wird wesentlich durch den Levante (Ostwind) und den Poniente (Westwind) bestimmt. Diese lokalen Winde entstehen durch das Atlas-Gebirge im Süden und die Sierra Nevada in der Provinz Granada im Norden.
Die Stadt Gibraltar erstreckt sich auf dem schmalen Streifen der Westseite, wo der Felsen flacher zum Meer abfällt. Während die Westseite stark bevölkert ist, leben auf der Ostseite nur wenige Menschen. Im Norden der Insel, an der Grenze zu Spanien, befindet sich der Flughafen, einige militärische Einrichtungen und ein Friedhof für Gefallene aus den Weltkriegen. Im Nordwesten ist ein modernes, mit Hochhäusern bebautes Viertel entstanden, in dem auch eine Marina und Terminals für Fähren gebaut wurden. Südlich davon findet sich am Ufer der Militärhafen und ein Industriegebiet, wo z. B. einige Trockendocks vorzufinden sind. Das touristische Zentrum im Westen ist die Main Street und die umliegenden Strassen und Plätze, die teilweise autofrei sind. Die höher gelegenen Teile Gibraltars sind dagegen touristisch nicht erschlossen. Dieses Gebiet ist geprägt durch enge und steile Strassen sowie zahlreiche Treppen.
Gibraltar ist der einzige Ort in Europa, an dem Affen freilebend vorkommen. Deswegen nennt man Gibraltar auch den Affenfelsen. Die Affen werden zwar allgemein als freilebend bezeichnet; der Sache nach sind es aber mittlerweile Haustiere, die regelmässig von Menschen gefüttert werden. Die ursprüngliche Herkunft dieser Tiere ist nicht exakt geklärt, wahrscheinlich wurden sie irgendwann aus Marokko von Menschen eingeführt. Allerdings waren Berberaffen früher auch in Süd- und Mitteleuropa heimisch, die Affen von Gibraltar könnten also durchaus von europäischen Vorfahren abstammen. Eine Legende besagt, dass die britische Herrschaft in Gibraltar beendet sein wird, sobald der letzte Affe den Felsen verlassen hat.
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